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AWS Development

Domainname für EC2

Auf die zuvor erstellten EC2 Instanz soll ein “menschenlesbarer” Domainname den Zugang erleichtern.

Ich möchte im AWS Ökosystem bleiben und daher die Domain über Amazon Route 53 registrieren. Ansonsten hätte ich vielleicht einen anderen Anbieter gewählt, wie ich es schon für eine günstige Website gemacht hatte.

Wahl des Domainnamens

Das Projekt wird, zumindest auf meiner Infrastruktur, mutmaßlich nicht allzulange bestehen bleiben. Eine große Marktrecherche für einen tollen Namen brauche ich daher nicht, nur einprägsam sollte er sein.

Die wichtigste Anforderung ist ein günstiger Preis.

Die Preisübersicht auf der AWS Seite ist nicht sonderlich übersichtlich, eine “route 53 cheapest domain” zu googeln brachte aber auch nur den Link auf ein PDF zu Tage. In dem steht uA der “Registration and Renewal Price” und der ist für den TLD Namen “click” mit 3 Dollar am günstigsten.

Allerdings ist “click” nicht der beste Name im deutschsprachigen Raum: “Hey, besuch doch mal meine Seite meineApp.click” “Ich kann meineApp.klick nicht finden”.

Der zweitgünstigste TLD Name mit 5 Dollar ist “link”. “link” ist mir lieber als “click” und ist von der Preisdifferenz vertretbar.

Nach kurzem Brainstorming habe ich mich dann für den Namen “freigabe” und der TLD “link”, also http://freigabe.link entschieden.

Domainname registrieren

Auf die Seite des Dienstes Route 53 gehen und dort die “Domain registration” aufrufen und die gewünschte Domain eingeben:

Ab in den Shopping cart und … im nächsten Schritt muss ich meine Daten eingeben? Hey Amazon, die habt ihr doch schon!

Anschließend wird die Domain auf mich registriert, was leider bis drei Tage dauern kann.

Bis zum Abschluss der Registrierung wird hier pausiert, anschließend geht es weiter mit der

Anbindung Domain Name an EC2

Die Registrierung der Domain war zum Glück bereits nach drei Stunden abgeschlossen und nicht erst nach drei Tagen. Negativ ist zu erwähnen, dass die 5 Dollar für den Domain Namen netto sind, also noch mal 19% USt hinzu kommen.

Auf der Route 53 Seite über Domains > Registered domains die Domain freigabe.link auswählen:

Über Manage DNS geht es in die Hosted zone der Domain:

Über Create record wird der Eintrag gesetzt, dass der Domain Name auf die Public IP des EC2-Servers zeigen soll:

Nachdem ich den Web-Server gestartet hatte, funktionierte es auch sofort.

Der Web-Server war heruntergefahren. Ob ich das gestern noch gemacht hatte, weiß ich nicht mehr 100%ig.
In dem Catalina Log vom Tomcat fand sich uA folgender Eintrag:

Invalid character found in the request target [/index.php?s=/Index/\think\app/invokefunction&function=call_user_func_array&vars[0]=md5&vars[1][]=HelloThinkPHP21 ]. The valid characters are defined in RFC 7230 and RFC 3986

Vielleicht gab es zu viele dieser Hacking Versuche?

Als nächstes kommt noch ein Reverse Proxy davor, der kann noch etwas Traffic vom Tomcat fern halten.
Vielleicht werde ich aber auch noch eine WAF vor den Server setzen? Eine kurze Recherche zu dem Thema ergab allerdings, dass das nicht direkt möglich ist, sondern ein Application Load Balancer oder CloudFront zwischengeschaltet werden muss.

EMail

Ein Nebenschauplatz ist das Thema email, so dass ich Mails an diese Domain empfangen bzw. versenden kann.

Das Thema ist leider nicht ganz so simpel gelöst, wie ich es mir erhofft hatte. Einen simplen “AWS Mail Service”, den man über Route 53 konfigurieren kann, gibt es nicht. Es gibt mit Amazon Workmail eine SaaS Lösung mit Focus auf Unternehmen und entsprechender Kostenstruktur.

Weiterhin wird Google Apps verschiedentlich empfohlen, aber auch das ist mit Kosten verbunden und wird nicht über die kostenfreien Angebote abgedeckt.

Eine SES / S3 Lösung deckt nur rudimentär den Bedarf, zB werden die Mails als Dateien auf einem S3 Bucket gespeichert. Da scheinen auch noch andere Konstellationen möglich zu sein, aber keine, die überzeugt.

Als kostenfreie WebMail-Lösung wird zB Zoho empfohlen. Eine Anleitung findet sich zB hier.

Es wäre natürlich auch möglich, einen eigenen WebMail-Server auf einem eigenen EC2 Server zu betreiben.

Als Mittelweg wäre auch ein weiter Docker Container auf dem vorhandenen EC2 Server möglich.

Komplettlösungen als Mailserver wären zB Mailcow, Mailu oder Kopano.

Jede Lösung ist mit mehr oder weniger Aufwand realisierbar, aber jede Lösung ist aufwändiger als meine momentane Motivation, oder aktueller Bedarf, und so setzte ich das erstmal auf die “wenn mal Zeit ist”-Liste.

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AWS Development Linux

Docker Anwendung in AWS (EC2)

In meinem letzten Blogeintrag habe ich eine geDockerte Anwendung auf einem Server mit Ubuntu 18 zum laufen gebracht. Aus verschiedenen Gründen war das aber nur ein Zwischenschritt, um zu testen, ob die Anwendung grundsätzlich in solch einer Umgebung lauffähig ist. Neben den beschriebenen Problemen gab es noch viele weitere, die gelöst werden mussten.

Als nächsten Schritt möchte ich die Anwendung in die AWS umziehen, immerhin bin ich ja inzwischen ein zertifizierter Cloud Practitioner.

AWS User

Mit dem Stammbenutzer einen neuen IAM Nutzer für die Anwendung anlegen. Dieser bekommt erstmal umfangreiche Rechte, was nicht best Practice ist und später sollte ich diese Rechte auf das unbedingt benötigte zurücksetzen.

EC2 Server

Die Anwendung soll erstmal mit dem Docker Setup auf einem EC2 Server laufen.

Mit dem neuen IAM Nutzer wechsele ich zuerst auf die Europa Zone ec-central-1.

Ich lege eine neue EC2 Server Instanz an, wobei ich als Sparfuchs nach “nur kostenloses Kontingent” filtere und ein AMI für Ubuntu Server 20.04 LTS (x64) und Typ t2.micro auswähle.
Es wird ein neues Schlüsselpaar erzeugt und ich speichere den privaten Schlüssel.

Über EC2 > Instances > Server-Instanz auswählen.

Über Verbinden lässt sich im Browser ein Terminal öffnen. Hier lässt sich aber auch am einfachsten die öffentliche IP und vor allem der Benutzername finden:

Ich habe allerdings nicht die Web Shell verwendet, sondern die Daten, sowie den privaten Schlüssel genommen, um eine Verbindung in WinSCP einzurichten. So kann ich später leicht die Daten auf den Server kopieren und per Klick eine PuTTY-Shell öffnen.

Port Freigabe

Standardmäßig ist für den Server nur Port 22 für SSH frei gegeben.

Weitere Ports, wie zB der benötigte HTTP Port 80 oder HTTPS 443, lassen sich über die AWS Management Console frei geben.

Die EC2-Server-Instanz auswählen und unter Sicherheit findet sich die Sicherheitsgruppe:

In der Sicherheitsgruppe können die Regeln für den eingehenden Datenverkehr erweitert werden.
Dabei ist zu beachten, dass man weitere Regeln hinzufügen muss und nicht den bestehenden Typ SSH auf zB HTTP ändert und speichert, weil das diesen nur ändert und nicht als neue, weitere Regel hinzufügt. Dann kann man zwar die Seiten des Webservers bewundern, aber sich nicht mehr per SSH einloggen.

Server einrichten

Auf der Linux Konsole des EC2-Servers wird dieser eingerichtet, dazu wird Docker Compose installiert, was als Abhängigkeit Docker mitbringt.

apt list --upgradable
sudo apt update
sudo apt upgrade -y
sudo apt install docker-compose -y

sudo docker version         # -> 20.10.7
sudo docker-compose version # -> 1.25.0
sudo service docker status  # -> running

sudo docker run hello-world

Docker läuft und es werden die Daten der Anwendung auf den Server kopiert und anschließend über Docker Compose gestartet.

sudo docker-compose up 

Leider führte das zu einem Fehler, wie er schon bei der Ubuntu 18 Installation aufgetreten ist. Das zuvor gewonnene Wissen kann ich jetzt zur schnellen Fehlerbehebung anwenden:

sudo apt-get remove docker-compose -y
sudo curl -L https://github.com/docker/compose/releases/download/v2.2.3/docker-compose-`uname -s`-`uname -m` -o /usr/local/bin/docker-compose
sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-compose
docker-compose --version
# Output:
-bash: /usr/bin/docker-compose: No such file or directory
# Lösung: neue Shell, zb per tmux, starten
# und dann nochmals testen
docker-compose --version
# Output:
Docker Compose version v2.2.3

Anschließend ließ sich die Anwendung per Docker Compose starten und per cURL, bzw. HTTPie, über localhost:80 und <öffentlicheIP>:80 aufrufen. Der Aufruf <öffentlicheIP>:80 vom Entwickler Laptop funktioniert auch.

Der Start dauerte etwas länger, die Webanwendung selbst ließ sich anschließend aber angenehm schnell bedienen. Zumindest als Test-Server scheint der “Gratis”-EC2-Server völlig auszureichen.

Ausblick

Auf dem kostenfreien Server laufen ein Tomcat Webserver, eine PostgreSQL Datenbank und PGAdmin und das, zumindest den ersten Tests nach, mit völlig ausreichender Performance.

Als nächstes möchte ich dem Docker Compose Konstrukt noch um einen Reverse Proxy erweitern, der eine (vermutlich nur selbstsignierte) verschlüsselte Verbindung per HTTPS anbietet und über Port 80 und 443 die Anwendung und den PGAdmin erreichbar macht. Außerdem soll es einen einfachen Authentifizierungs- und ggf. Authorisierungsmechanismus geben. Das wird mit einem Apache HTTP Server realisiert werden und sollte keinen besonderen Ressourcenbedarf haben.

Falls sich die Zeit findet, möchte ich das um Keycloak erweitern und den Zugriff auf Anwendung und PGAdmin erst nach erfolgreicher Authentifizierung und Authorisierung erlauben. Vielleicht ist das noch mit dem Apache HTTP Server realisierbar, ggf. werde ich aber auf zB Traefik umstellen.
Bei dem Setup kann ich mir schon vorstellen, dass die Ressourcen des kleinen Server nicht mehr ausreichen und es zu spürbaren Performanceeinbrüchen kommen wird.

Eine ansprechendere URL, anstelle der generierten AWS URL, wäre wünschenswert.

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Development Linux

Docker Compose und Ubuntu 18

Docker Compose Datei vom Entwicklungsrechner auf den Server kopieren, kleinere Anpassungen vornehmen und ausführen. So einfach habe ich es mir vorgestellt, aber es gab dann leider doch noch Herausforderungen zu bewältigen:

Docker Compose Updaten

Ich habe einen Server mit dem nicht mehr ganz taufrischen Ubuntu 18 am laufen und wollte dort ein Docker Compose Skript ausführen.

Das Skript läuft auf meinem Entwicklungsrechner, aber auf dem Server wurde lediglich eine Fehlermeldung ausgegeben:

dockeruser@myServer:~/myproject$ docker-compose up
ERROR: Version in "./docker-compose.yml" is unsupported. You might be seeing this error because you're using the wrong Compose file version. Either specify a supported version (e.g "2.2" or "3.3") and place your service definitions under the `services` key, or omit the `version` key and place your service definitions at the root of the file to use version 1.
For more on the Compose file format versions, see https://docs.docker.com/compose/compose-file/

Wie sich herausstellte, war für Ubuntu 18 bei Docker Compose 1.17.1 Schluss und ich muss händisch upgraden:

Docker Compose entfernen:

sudo apt-get remove docker-compose

Die aktuelle Docker Compose Version ermitteln (heute: 2.2.3): https://github.com/docker/compose/releases

Auf dieser Seite kann man auch den direkten Link zum Download finden, falls es beim ausführen des nächsten Befehls zu Problemen kommt.

Beispielsweise ist die Versionsnummer v2.2.3, also mit einem kleinen “v” am Anfang und wenn das fehlt, schlägt der Download fehl.

So lautet der Link für mein Ubuntu:
https://github.com/docker/compose/releases/download/v2.2.3/docker-compose-linux-x86_64

Der Befehl zum Download:

sudo curl -L https://github.com/docker/compose/releases/download/v2.2.3/docker-compose-`uname -s`-`uname -m` -o /usr/local/bin/docker-compose

Rechte setzen:

sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-compose

Installation und Version checken:

docker-compose --version
# Output:
Docker Compose version v2.2.3

Docker Compose ohne GUI

Mit der neuesten Docker Compose Version gibt es einen neuen Fehler:

error getting credentials - err: exit status 1, out: `Cannot autolaunch D-Bus without X11 $DISPLAY`

Die Erklärung lautet:

Looks like this is because it defaults to use the secretservice executable which seems to have some sort of X11 dependency for some reason. If you install and configure pass docker will use that instead which seems to solve the problem.

Zu erst muss die aktuelle Version des Docker Credential Helpers ermittelt werden: v0.6.4

Install the Docker Credential Helper for pass:

# substitute with the latest version
url=https://github.com/docker/docker-credential-helpers/releases/download/v0.6.4/docker-credential-pass-v0.6.4-amd64.tar.gz

# download and untar the binary
wget $url
tar -xzvf $(basename $url)

# move the binary to a dir in your $PATH
sudo mv docker-credential-pass /usr/local/bin

# verify it works
docker-credential-pass list

# cleanup
rm docker-credential-pass-v0.6.4-amd64.tar.gz

Install and configure pass:

sudo apt install pass

# create a gpg2 key
gpg2 --gen-key

Und der nächste Fehler:

gpg: agent_genkey failed: Keine Berechtigung
Schlüsselerzeugung fehlgeschlagen: Keine Berechtigung

Und eine Erklärung mit Lösungsvorschlag findet sich hier:

Expected behavior. Here’s why.
At the point of failure, gen-key is about to ask the user for a passphrase. For security purposes, rather than using stdin/stdout, it wants to directly open the controlling terminal for the session and use that handle to write the prompt and receive the passphrase. When you use su to switch to some other user, the owner of the controlling terminal device file does not change; it remains associated with the user who actually logged in (i.e. received a real terminal from getty or got a pty from telnet or ssh or whatever). That device file is protected mode 600, so it can’t be opened by anyone else.

The solution is to sudo-chown the device file to the user-who-needs-to-gen-the-key before su’ing to that user. Create the key within the su’d environment, then exit back to the original environment. Then, finally, sudo-chown the terminal back to yourself.

Glücklicherweise geht es auch einfacher, indem man einfach das Programm tmux verwendet. 🙂

tmux

# create a gpg2 key
gpg2 --gen-key

# list key information
gpg2 -k

# Copy the key id (from the line labelled [uid]) and do
pass init "whatever key id you have"

Jetzt sollte der Docker Login funktionieren, aber:

docker login
# Output:
Error saving credentials: error storing credentials - err: fork/exec /usr/local/bin/docker-credential-pass: permission denied, out: ``

Auch wieder kein neues Problem, dass zB bereits hier und hier diskutiert wurde.

mkdir ~/.docker
touch ~/.docker/config.json
# brachte jeweils keine Änderung


/usr/local/bin/docker-credential-pass
# Output:
-bash: /usr/local/bin/docker-credential-pass: Keine Berechtigung


# Erfolg kam mit diesem Befehl:
sudo chmod +x /usr/local/bin/docker-credential-pass

#Zumindest funktioniert dieser Aufruf:
docker-credential-pass list


# Ein weiterer Fehler ließ sich beheben durch:
export GPG_TTY=$(tty)

Ich musste die einzelnen Images per docker pull imagename ziehen, erst danach konnte ich docker-compose ausführen.

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Development Java

Java Configuration

Die Konfiguration in Java war für mich jahrelang kein Problem, denn ich durfte mit einem Framework arbeiten, dass die Konfiguration sehr flexibel und komfortabel gelöst hat.

Beispielsweise konnte die URL für ein angebundenes System für die verschiedenen Stages ganz einfach in einer ini-Datei hinterlegt werden:

dev..othersystem.url=http://othersystem-dev.intranet.cnb
qa...othersystem.url=http://othersystem-qa.intranet.cnb
prod.othersystem.url=http://othersystem-prod.intranet.cnb

Diese ini-Datei ist Teil des Java Projekts und liegt im Classpath.

In der ini-Datei sind alle Informationen zu allen Stages zum OtherSystem gespeichert, was ich immer sehr übersichtlich und leicht zu pflegen fand.

Für die laufende Anwendung muss dann lediglich die Stage festgelegt werden, in welcher sie läuft und dann wird die Konfiguration passend zur Stage gezogen. Die Stage kann definiert werden über eine Konfiguration mit der Zuweisung über den HostName, eine System Property (zB im Tomcat definiert) oder über eine lokale Konfigurationsdatei.

Praktisch ist auch die Möglichkeit, über die lokale Konfigurationsdatei einzelne Konfigurationen überschreiben zu können. So ist es beispielsweise möglich, auf dem Entwicklerrechner in der DEV-Stage zu laufen, aber die Verbindung zur PROD DB zu konfigurieren um einen Bug zu reproduzieren.

localhost.othersystem.url=http://othersystem-prod.intranet.cnb

Das Thema Sicherheit lasse ich bewusst außen vor, denn hier soll es einzig um die Konfiguration gehen.

Als ich dann ein Projekt in einem anderen Kundenkreis startete, und das propritäre Framework nicht mehr verwenden konnte, war ich schon sehr erstaunt, dass es anscheinend keine schlanke, flexible Möglichkeit der Konfiguration im Java SE Umfeld gibt.

Sehr schnell bin ich an die Grenzen der Konfigurierbarbeit gekommen, wie zB bei der Konfiguration der Datenbankanbindung.

Also muss ich selbst etwas basteln, etwas kleines, leichtgewichtiges und trotzdem flexibles.

Anforderung

Von dem Luxus, sämtliche Konfigurationen per Präfix in verschiedenen Dateien im Projekt zu hinterlegen, muss ich mich verabschieden. Statt dessen wird es eine Konfigurationsdatei im Projekt geben, deren Konfiguration dann von außen überschrieben werden muss. Beispielsweise mit den Datenbankverbindungsparametern auf dem PROD Server.
Aufgrund der geringeren Komplexität des Projektes ist das aber durchaus ausreichend.

Die im Projekt hinterlegte Standard-Konfiguration soll über eine lokale Konfigurationsdatei überschrieben werden können.
Dazu muss eine Umgebungsvariable (System Environment, bzw. System Property) “localconf” gesetzt werden, die auf diese Datei zeigt.

Außerdem sollen einzelne Konfigurationen über Umgebungsvariablen (System Environment, bzw. System Property) gesetzt werden können.

In den Umgebungsvariablen stehen sehr viele Konfigurationen, wie zB JAVA_HOME,TMP, user.name etc., welche nicht direkt mit der Anwendung zu tun haben. Ob diese Werte auch in unserer Anwendungskonfiguration aufgenommen werden sollen, wird über eine Property “config.includeSystemEnvironmentAndProperties” gesteuert.

Umsetzung

Zum Nachlesen dokumentiere ich hier ein paar Schritte aus dem Code, das Ganze soll später auch in einem GitHub Projekt landen.

Zuerst die Properties aus System Environment und System Properties sammeln:

// System Environment
Properties systemEnvironmentProperties = new Properties();		
systemEnvironmentProperties.putAll(System.getenv());

// System Properties
Properties systemPropertiesProperties = new Properties();		
systemPropertiesProperties.putAll(System.getProperties());

Die BaseProperties / Standard Properties aus dem ClassPath der Anwendung laden, sie müssen unter: /src/main/resources/application.properties gespeichert sein:

String basePropertiesFilename = "application.properties";

Properties baseProperties = new Properties();
try {
  InputStream is = Config.class.getClassLoader().getResourceAsStream(basePropertiesFilename);
  baseProperties.load(is);
} catch (Exception e) {
  logger.error("Could not read {} from ClassLoader", basePropertiesFilename, e);
}

Falls LocalProperties geladen werden sollen, muss der Pfad zu der Datei in der Umgebungsvariablen “localconf” übergeben werden:

String localPropertiesProperty = "localconf";


Properties localProperties = new Properties();
logger.debug("----------------------------------------------------------------------------------");
logger.debug("LocalProperties Path from System Environment: {}", systemEnvironmentProperties.getProperty(localPropertiesProperty));
logger.debug("LocalProperties Path from System Properties: {}", systemPropertiesProperties.getProperty(localPropertiesProperty));
String localPropertiesPath = systemPropertiesProperties.getProperty(localPropertiesProperty) != null ? systemPropertiesProperties.getProperty(localPropertiesProperty) : systemEnvironmentProperties.getProperty(localPropertiesProperty);
if (localPropertiesPath == null) {
  logger.debug("LocalProperties Path is not set, skip loading Local Properties");
} else {
  logger.debug("Load LocalProperties from {}", localPropertiesPath);
  try {
    localProperties.load(new FileInputStream(localPropertiesPath));
  } catch (Exception e) {
    logger.error("Could not read {} from File", localPropertiesPath, e);
  }
}

Sollen die Umgebungsvariablen auch übernommen werden:

String includeSystemEnvironmentAndPropertiesProperty = "config.includeSystemEnvironmentAndProperties";

String includeS = Stream.of(
  systemPropertiesProperties.getProperty(includeSystemEnvironmentAndPropertiesProperty),
  systemEnvironmentProperties.getProperty(includeSystemEnvironmentAndPropertiesProperty),
  localProperties.getProperty(includeSystemEnvironmentAndPropertiesProperty),
  baseProperties.getProperty(includeSystemEnvironmentAndPropertiesProperty))
  .filter(Objects::nonNull)
  .findFirst()
  .orElse(null);		
Boolean include = Boolean.parseBoolean(includeS);

Abschließend alle Properties mergen:

Properties mergedProperties = new Properties();
mergedProperties.putAll(baseProperties);
mergedProperties.putAll(localProperties);
if (include) {
  mergedProperties.putAll(systemEnvironmentProperties);
  mergedProperties.putAll(systemPropertiesProperties);
} else {
  mergedProperties.forEach((key, value) -> {
    value = systemEnvironmentProperties.getProperty((String)key, (String)value);
    value =  systemPropertiesProperties.getProperty((String)key, (String)value);
    mergedProperties.setProperty((String)key, (String)value);
  });
}

Beispiel

In dem vorherigen Post hatte ich die Konfigurierbarkeit von JPA EntityManagerFactory im Code so gelöst:

import static org.hibernate.cfg.AvailableSettings.SHOW_SQL;

Properties properties = new Properties();
Optional.ofNullable(System.getenv(SHOW_SQL)).ifPresent( value -> properties.put(SHOW_SQL, value));
Optional.ofNullable(System.getenv(JPA_JDBC_URL)).ifPresent( value -> properties.put(JPA_JDBC_URL, value));
Optional.ofNullable(System.getenv(JPA_JDBC_USER)).ifPresent( value -> properties.put(JPA_JDBC_USER, value));
Optional.ofNullable(System.getenv(JPA_JDBC_PASSWORD)).ifPresent( value -> properties.put(JPA_JDBC_PASSWORD, value));

EntityManagerFactory emf = Persistence.createEntityManagerFactory("myapp-persistence-unit", properties);

Das lässt sich jetzt einfacher über die Config lösen:

import static org.hibernate.cfg.AvailableSettings.SHOW_SQL;

Properties properties = new Properties();
properties = Config.getAllProperties();

EntityManagerFactory emf = Persistence.createEntityManagerFactory("myapp-persistence-unit", properties);

Sources

Zum Schluss habe ich das Ganze auch noch in ein GitHub Projekt gepackt: configuration